Lexikon der Verhaltenstherapie

ambulant

Mit dem Adjektiv „ambulant“ wird die Behandlung eines Patienten beschrieben, wenn die Anwesenheit des Patienten in der Klinik nur für die Dauer der tatsächlichen Behandlung durch einen Arzt notwendig, also nur bedingt ortsgebunden ist.

Amnesie

Als Amnesie bezeichnet man eine Gedächtnisstörung, bei der die Fähigkeit, zeitliche oder inhaltliche Erinnerungen abzurufen, gestört ist. Es wird dabei zwischen retrograden (rückwärtsgerichteten) und anterograden (das kommende betreffende) Amnesien unterschieden. Die häufigste Ursache einer Amnesie sind Unfälle, die mit Schädel-Hirn-Trauma oder Gehirnerschütterung einhergehen. Aber auch Erkrankungen wie Enzephalitis, Epilepsie, Meningitis, HypoxieDemenz, Migräne oder Hirnschläge können als Ursache einer Amnesie wirken. Traumatische Erlebnisse, Gehirnwäsche, Hypnose, Vergiftungen oder Medikamenten-, Drogen- und Alkoholmissbrauch können ebenfalls Amnesien hervorrufen.

Anamnese

Die Anamnese ist die systematische Befragung eines Patienten (Eigenanamnese) oder einer eingeweihten Pflegeperson (Fremdanamnese) über aktuelle und vergangene gesundheitliche Beschwerden, gesundheitliche Vorgeschichte, besondere, auch genetische, Disposition und Lebensumstände. Sie legt das Grundgerüst für eine auf ihr basierende Verdachtsdiagnose. Dazu werden Bedarfsermittlungsbögen eingesetzt.

Anatomie

Die Anatomie ist die Lehre vom Aufbau eines Organismus. Sie untersucht Gestalt, Struktur und Lage von Gliedmaßen, Organen, Geweben und Zellen und setzt sich auch mit der pathologischen Veränderungen dieser auseinander. Sie lässt eine genaue Bezeichnung und Beschreibung sowie Einteilung des menschlichen Körpers nach verschiedenen systematischen Aspekten zu. Die Anatomie ist ein eigenständiger Teil der Medizin, der auf der analysierenden Sektion und Präparation von Leichen von Körperspendern basiert und Teil des vorklinischen Medizinstudiums ist.

Angst

Das Angstgefühl ist seit Urzeiten im Menschen verankert und daher eine ganz natürliche Reaktion. Angst hilft uns, Gefahren zu erkennen, aufmerksam zu sein und ermöglicht es uns, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dies liegt vor allem an den physischen Reaktionen auf Angst: Durch die Ausschüttung von Adrenalin (dem Stresshormon) weiten sich die Pupillen, das Seh- und Hörvermögen werden geschärft, die Muskeln spannen sich an, die Atmung wird flacher und schneller. Wenn eine Angst unangemessen stark ist und die alltäglichen Aktivitäten im Leben einschränkt, spricht man von einer Angststörung.

Angststörung

Angststörungen sind Erkrankungen, bei der starke Angstreaktionen gezeigt werden, die der/die Betroffene kaum kontrollieren kann. Oft gibt es keinen objektiven Grund für diese Angst. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und können neben einer ängstlichen Persönlichkeit durch ein belastendes Erlebnis ausgelöst werden. Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen, die sich auf verschiedene Situationen oder Objekte beziehen. Dazu zählen beispielsweise Panikattacken, Phobien und Zwangsstörungen. Oftmals werden die angstauslösenden Situationen oder Objekte vermieden, sodass die Angst immer größer wird und immer mehr Situationen vermieden werden, bis der/die Betroffene schließlich im alltäglichen Leben eingeschränkt ist. Eine Möglichkeit Angststörungen zu behandeln ist die Hypnosetherapie. Diese spricht das Unterbewusstsein an, welches die Grundlage jeder Angststörung ist.

Anna Jean Ayres

Anna Jean Ayres war eine amerikanische Entwicklungspsychologin und Habilitationstherapeutin. Sie entwickelte in ihrer Arbeit als Therapeutin die Theorie zur sensorischen Integration.

Aphasie

Eine Aphasie (von griechisch aphasia „Sprachlosigkeit“) ist eine Sprechstörung, die durch eine Schädigung oder Läsion in der dominanten, also meist der linken Gehirnhälfte hervorgerufen wird. Sie tritt nach dem abgeschlossenen Erwerb der Sprache beim Erwachsenen auf und wird durch verschiedene Erkrankungen hervorgerufen. Dazu gehören unter anderem Schlaganfälle, Gehirnblutungen, Schädel-Hirn-Traumata oder Tumore. Aphasien wirken sich nicht nur auf das Sprechen selbst, sondern auch auf alle weiteren Bereiche der Sprache aus. So leiden Patienten auch unter Schwierigkeiten mit dem Verstehen, dem Schreiben, Lesen und Bereichen der nichtsprachlichen Kommunikation. Der Schweregrad der Beeinträchtigung ist dabei individuell.

Apoptose

Der Begriff „Apoptose“ beschreibt den programmierten Tod einer Zelle. Es gibt verschieden Arten des Zelltods, die sich darin unterscheiden, wie er initiiert wird. Der Zelltod ist für die normale Entwicklung und das Funktionieren des Lebewesens lebensnotwendig. Auf diese Weise können intakte oder potenziell schädliche Zellen eliminiert und die Größe eines Gewebes kontrolliert werden.

Apraxie

Die Apraxie ist eine Störung der Ausführung zielgerichteter und geordneter Bewegungen bei intakter motorischer Funktion. Im Patienten liegt dabei weder eine Lähmung noch eine Ataxie vor. Unwillkürliche, ungeplante Bewegungen können normal und koordiniert ausgeführt werden. Besonders die Mimik des Gesichts, die Sprache und die Sprechwerkzeuge, die Gestik und feinmotorische Handbewegungen, die etwa für den Gebrauch von Werkzeugen gebraucht werden, sind davon betroffen. Apraxien werden meistens durch Hirnschädigungen in der sprachdominanten Großhirnhälfte des Betroffenen verursacht. Am häufigsten geschieht das durch einen Schlaganfall. Weitere Ursachen können Hirntumore, Demenz, Apoplex, Multiple Sklerose, Enzephalitis oder Alkoholismus sein.