Lexikon der Verhaltenstherapie

Allergie

Eine Allergie ist eine außergewöhnlich starke Abwehrreaktion des Körpers auf fremde, eigentlich nicht schädliche Fremdstoffe (Allergene). Sie äußern sich in Form von juckenden und tränenden Augen, Niesreiz, oder Ausschlag auf der Haut. Zusätzlich werden Antikörper gebildet. Allergien sind bei jedem Menschen, sofern überhaupt vorhanden, unterschiedlich stark ausgeprägt und können sich im Laufe des Lebens verändern. Rund 13 Millionen Deutsche leiden laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) unter Allergien, wobei die am weitesten verbreitete Allergie die Pollenallergie ist, die sich in Form von Heuschnupfen zeigt. Um allergischen Reaktionen vorzubeugen wird zur Vermeidung des Kontakts mit Allergenen geraten. In akuten Fällen können auch Antiallergika und Antihistamine in Form von Augentropfen oder Tabletten eingesetzt werden

Alltag mit ADHS

Die Leitsymptome der Erkrankung sind grade bei Kindern auffällig. Betroffene haben ein großes Bedürfnis nach Bewegung, lassen sich leicht ablenken und handeln zusätzlich oftmals impulsiv. Sie können nicht abschalten. Häufig leiden sie so unter Einschlafschwierigkeiten, dem schnellen Aufkommen von Langeweile, Vergesslichkeit, Lernstörungen und Schulschwierigkeiten gekoppelt mit Ungeschicklichkeit sowie einer geringen Frustrationstoleranz und allgemeinem Vermeidungsverhalten. Ihrem Umfeld gegenüber zeigen sie sich oft aggressiv, überempfindlich, angeberisch. Sie neigen dazu, Grenzen auszutesten, plappern unbremsbar vor sich hin, weil es ihnen nicht gelingt, ihre Gedanken zurückzuhalten, sind geistig abwesend oder aber der Klassenclown. Grade die Beziehungen zu anderen Kindern leiden unter diesen Verhaltensweisen sehr.

Eine häufige und nicht unumstrittene Behandlungsmethode ist dabei die Behandlung mit Methylphenidat in Form von Ritalin. Durch die leistungsfördernde Wirkung der Methylphenidat-Präparate können hyperaktive Kinder über längere Zeiträume ruhig sitzen bleiben und sich konzentrieren. Allerdings können mit jeder Einnahme auch Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Depressionen, SchlafstörungenAngstzustände und Wachstumsstörungen auftreten. Zudem besteht erhebliche Suchtgefahr.

Die erste eindeutige Beschreibung einer ADHS ist ab 1851 an einer eher ungewöhnlichen Stelle zu finden. Der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann verfasste damals das heute weltweit bekannte Kinderbuch vom Struwwelpeter. Die darin enthaltenen Beschreibungen des Zappelphilipps und auch die des träumerischen Hanns Guck-in-die-Luft können als volkstümliche Repräsentationen der Aufmerksamkeitsstörungen gedeutet werden. Im deutschen Sprachraum ist die Störung daher auch unter dem Namen Zappelphilipp-Syndrom bekannt. Der Neurologe Franz Kramer beschrieb mit Hilfe seines Assistenzarztes Hans Pollnow erstmals die hyperkinetische Erkrankung im Kindesalter. Ihre Beobachtungen, 1932 veröffentlicht in der „Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie“, sind bis heute von Gültigkeit. Als Leitsymptome  nannten die beiden Ärzte schon damals Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität, welche noch immer als Hauptindizien für das Vorliegen einer ADHS angesehen werden. Für die Behandlung verhaltensauffälliger Kinder setzte Charles Bradley 1937 erstmals erfolgreich Benzedrin, ein Amphetamin, ein. 1944 entwickelte Leandro Panizzon Methylphenidat; In den kommenden Jahren machte die neurologische Forschung bedeutende Fortschritte und war nun endlich in der Lage, hyperaktive Symptome mit einer tatsächlichen Funktionsstörung des Hirns in Verbindung zu bringen. So vertrat beispielsweise Virginia Douglas, Wissenschaftlerin an der kanadischen McGill University, schon 1972 die Meinung, dass bei Kindern mit ADHS auch unabhängig von äußeren Ablenkungen Schwierigkeiten bei Konzentration und Stillhalten vorweisbar sein müssen. 1980 wurde dann der Begriff Aufmerksamkeitsdefizitstörung erstmals ins DSM-III, das „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (zu Deutsch: „Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen der American Psychiatric Association (APA) aufgenommen. Hier wurde später auch der Begriff Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätsstörung etabliert. Als Kernsymptome wurden 1994, nach Vorbild von Kramer und Pollnow, Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität festgeschrieben. Mit der ADHS als feststehendes Krankheitsbild konnten danach endlich Förderungen für Grundlagenforschung erlangt und Investitionen getätigt werden. Heute wird die ADHS besser verstanden als jemals zuvor.

Trotzdem leiden Betroffene nicht selten unter Vorurteilen, Unverständnis und sozialer Ausgrenzung. Besonders ADHS Patienten, die erst als Erwachsene zur Diagnose ADHS finden, erfahren häufig Schwierigkeiten im persönlichen oder professionellen Umfeld. Rund 60 Prozent der im Kindesalter betroffenen Patienten zeigt auch im Erwachsenenalter noch Symptome der Krankheit, die als häufigste seelische Erkrankung unter Kindern gilt.

Die Symptome der ADHS im Erwachsenenalter ähneln zum großen Teil jenen der Kindes-ADHS. So sind eine verminderte Leistungsfähigkeit im Job, Vermeidungsverhalten, Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen und ein verhältnismäßig geringes Selbstwertgefühl beispielhaft für das Vorliegen der neurologischen Störung. Erwachsene, die unter ADHS leiden, haben oft Probleme, eigenverantwortlich ihren Tages- und Terminablauf festzulegen und einzuhalten. Wichtige Aufgaben bleiben entsprechend häufig unerfüllt. Weitere erwachsenenspezifische Manifestationen der ADHS sind beispielsweise Suchtprobleme oder Einschränkungen im Straßenverkehr.

Bei Betroffenen von Aufmerksamkeitsstörungen weist das Frontalhirn, das im Menschen für das Fassen von Entscheidungen, Verhaltensregulierung und Erfahrungsauswertung zuständig ist, in Frontalcortex, im motorischen Cortex oder im limbischen System eine Beeinträchtigung auf. Die dadurch eingeschränkten Exekutivfunktionen sind normalerweise für komplexes und kompliziertes Handeln und Denken verantwortlich. Diese Hirnbereiche hemmen oder verstärken Reize von außen, wodurch Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und einer Reizüberflutung vorgebeugt werden kann. Sie regulieren auch Aufmerksamkeit, Wachsamkeit (Vigilanz) und Wachheit. Neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Betroffene einer solchen Entwicklungsstörung nicht in der Lage sind, Informationen sinnvoll zu sortieren und für sich zu nutzen. Die Ausprägung der Beeinträchtigungen durch die ADHS im Alltag ist ebenfalls fallspezifisch. Gerade bei Menschen, die einem stark durchstrukturierten Tagesablauf folgen, können ihren Limitierungen oft erfolgreich aus dem Wege gehen. Emotionale Belastung wie Stress oder schwierige Familienverhältnisse können die Symptome der ADHS allerdings auch verstärken. Die Risiken einer Nicht- oder Fehlbehandlung sind oft schwerwiegend; ohne richtige oder adäquate Behandlung finden viele Betroffene leider nur hinlängliche Bewältigungsmechanismen, die sich nicht selten als psychische Krankheiten, Sucht oder Zwangsstörungen äußern.

ADHS ist nicht heilbar. Die Symptome der angeborenen Aufmerksamkeitsstörung können aber durch ausführliche und gezielte Therapie vermindert werden. Die Therapie findet dafür oft multimodal statt und schließt Beratungen, Schulungen, Psychotherapie oder gar medizinische Therapie nicht aus. Durch die Zusammenarbeit von Therapeuten, Psychologen und Familienmitgliedern können für Betroffene so individuelle Strategien gefunden werden, die ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in allen Lebensbereichen zu erleichtern.

Alzheimer

Alzheimer ist die am häufigsten vorkommende Form von Demenz. Es ist eine Hirnerkrankung die langsam fortschreitet und zu Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Desorientierung führt. Man kann Alzheimer nicht heilen, das Fortschreiten aber verlangsamen. Das Absterben von Nervenzellen im Gehirn führt dazu, dass Menschen mit Alzheimer immer verwirrter und orientierungsloser werden. Zudem kann sich auch ihre Persönlichkeit und Stimmung ändern. So leiden Alzheimer-Patienten oft an Depressionen und sind häufiger aggressiv. Probleme mit der Sprache und der Wahrnehmung können ebenfalls auf eine Erkrankung hindeuten. 99% aller Erkrankten leiden unter altersbedingtem Alzheimer und nur 1% unter einer vererblich bedingten Form.