Lexikon der Verhaltenstherapie

Entspannungsmethode

Eine Entspannungsmethode ist ein Verfahren, welches den Abbau von Stress, Erregung und Anspannung fördern soll. Sie besteht aus mehreren aufeinander folgenden Schritten und kann aktiv (Sport und Bewegung) oder passiv (z.B. Meditation, Yoga) durchgeführt werden. Durch Entspannungsmethoden entstehen Harmonie, Gelassenheit und ein verbessertes allgemeines Wohlbefinden. Ein Beispiel einer Entspannungsmethode ist die Klangmassage, bei der verschiedene harmonische Klänge auf Körper und Seele übertragen werden. Aber auch die progressive Muskelentspannung entspannt den Körper. Dabei werden nacheinander bestimmte Muskelgruppen gezielt angespannt und wieder entspannt

Entwicklungsförderung

Unter der Entwicklung des Menschen versteht man seine Veränderung über einen bestimmten Zeitraum. Dieser dynamische Prozess, der auch durch biologische Wirksysteme und sozialen Faktoren beeinflusst wird, wird am häufigsten am chronologischen Alter einer Person festgelegt. Gerade im Kindesalter findet eine rasche Entwicklung statt; diese wird in Entwicklungsphasen eingeteilt und kann anhand von Entwicklungstabellen nachgehalten werden. Wenn geistige, kognitive, motorische, sensorische, emotionale und soziale Fähigkeiten langfristig nicht mit der Entwicklung gleichaltriger Kinder mithalten können, spricht man von einer Entwicklungsstörung. Die mangelhaft ausgebildeten Funktionen können sich in einem oder mehreren Bereichen des Lebens zeigen. Gezielte Entwicklungsförderung kann die fehlende oder zu geringe Ausbildung dieser Fähigkeiten kompensieren. Diese Entwicklungsförderung ist ein vielschichtiger Prozess, der ein differenziertes Wissen über Entwicklungsphasen, Diagnostik sowie geeignete Interventionen voraussetzt. Es werden dabei verschiedene Bereiche der Entwicklung behandelt. Dazu gehören PsychomotorikFeinmotorikGraphomotorik, Mundmotorik, Wahrnehmung, Lernfähigkeit, Selbsthilfetraining zur Ermöglichung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) und auch die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen. Entwicklungsförderung existiert als allgemeine Förderung, etwa durch Schulsport, sowie als individuelle Förderung, die unter Einbeziehung von Eltern und des Kindes gezielt auf die Schwierigkeiten des betroffenen Kindes zugeschnitten ist. In Elternkursen werden dazu zum Beispiel die Grundlagen positiver Erziehung und der Umgang mit schwierigen Erziehungssituationen vermittelt, während die spielerischen Kinderkurse die sozial-kognitive und emotionale Kompetenz der auffälligen Kinder stärkt und so eine Reduktion von Problemverhalten bewirkt.

Entwicklungstabelle

Dieses standardisierte Verfahren für die Beobachtung und Dokumentation des Entwicklungsstandes von Kleinkindern im Alter bis 6 Jahre und wurde in den 1980er Jahren von Prof. Dr. Emanuel Kuno Beller entwickelt und später in Zusammenarbeit mit Simone Beller neustrukturiert. In den Tabellen wird die Entwicklung des Kindes in acht verschiedenen Bereichen (sozial-emotionale Entwicklung, Sprache, Spieltätigkeit, Grobmotorik, Feinmotorik, Körperpflege, Umgebungsbewusstsein und Kognition) analysiert, erfasst und verfolgt. Für den Benutzer soll so Aufschluss darüber gegeben werden, in welchem Verhältnis die Entwicklung des Individuums zur relativen Altersnorm steht. Auf diesen Beobachtungen basierend können dem Kind dann entwicklungsangemessene Anregungen und Aufgaben erteilt werden und so Über- oder Unterforderung vermieden werden.

Entzündung

Entzündungen sind Abwehrreaktionen des Immunsystems bei Schädigungen des Gewebes. Ziel einer Entzündung ist es, den inneren  oder äußeren Reiz, der die Schädigung ausgelöst hat, zu beseitigen und günstige Konditionen für eine Heilung zu schaffen. Es wird zwischen lokalen, also örtlich  beschränkten, und generalisierten, also den gesamten Körper oder Körperteile betreffenden, Entzündungen unterscheiden. Bei letzterer werden Erreger durch das Blut aus den Infektionsherden herausgetragen und im gesamten Organismus verteilt. Es lassen sich fünf Leitsymptome für Entzündungsreaktionen feststellen: Tumor (die Schwellung des betroffenen Gewebes), Robor (die Rötung des Gewebes), Calor (die Erwärmung des entzündeten Gewebes), Dolor (Schmerz) und Function laesa (die gestörte Funktion des Gewebes). Weiterhin werden Entzündungen nach ihrem zeitlichen Verlauf, ihrer Ausbreitung und ihrer Ätiologie eingeteilt. Medizinische Fachbegriffe für Entzündungskrankheiten werden häufig mit der Endung „-itis“ gebildet, so wie beispielsweise bei der Arthritis.