Lexikon der Verhaltenstherapie

Neuralmobilisation

Die neurale Mobilisation ist die physiotherapeutische Behandlungsmethode für die Untersuchung und Behandlung von Beeinträchtigungen und Fehlfunktionen im Nervensystem. Dort können physische Dysfunktionen, vor allem durch Einengungen der Nerven, zu starken Schmerzen, Verringerung von Mobilität und Elastizität und sensorische Störungen führen. Weitere Krankheitsbilder, die eine Mobilisation des Nervensystems als Behandlungsmethode indizieren, sind Ischiasschmerzen, Kribbelgefühl, Karpaltunnelsyndrom oder durchdringende Schmerzen im Ellenbogen, bei Bewegung der Wirbelsäule, bei Streckung des Beines oder bei Dehnung des Armes nach außen. Diese Beschwerden treten auf, weil Nerven direkt mit dem Bewegungsapparat verbunden sind und so direkt durch seine Bewegungen beeinflusst werden. Sie erfahren daher eine Reihe verschiedener mechanischer und physiologischer Reaktionen. Zu diesen zählen das neurale Gleiten von bis zu 15cm Weite, Druckerhöhungen, Verlängerung und Dehnung, Spannung und ständige Veränderungen der im Nerven vorgehenden intraneuralen Mikrozirkulation, also des axonalen Transports und des allgemeinen Impulsverkehrs. Während der Behandlung wird mit Hilfe sanfter, gezielter Dehnungstechniken die Mobilität der betroffenen Nerven wiederhergestellt.

Neurologie

Das medizinische Teilgebiet der Neurologie untersucht vornehmlich Erkrankungen des menschlichen Nervensystems. Das zentrale Nervensystem (ZNS), zu dem Gehirn und Rückenmark gehören, die das ZNS umgebenden Strukturen sowie blutversorgende Gefäße, das periphere Nervensystem (PNS) und seine Verbindungsstrukturen zu den Muskeln und schließlich die Muskulatur sind dabei die Organsysteme, die in dieser wissenschaftlichen Fachrichtung besondere Beachtung finden. Dabei erforscht sie Erkrankungen wie Gefäßerkrankungen, Nervenverletzungen, neugebildete Tumore in Hirn, Rückenmark und peripheren Nerven, Bandscheibenerkrankungen, Muskelerkrankungen, epileptische und nichtepileptische Anfallsleiden, bakterielle und virale Infektionen des Zentralnervensystems und Erkrankungen des peripheren Nervensystems, Entmarkungskrankheiten wie die Multiple Sklerose, Basalganglienerkrankungen wie Morbus Parkinson, degenerative Erkrankungen, dysraphische Störungen und Fehlbildungskrankheiten und Störungen in der neuromuskulären Übertragung und Kopf- und Gesichtsschmerzen, wie etwa die Migräne. Dabei ist die Grenze zur Psychiatrie teilweise fließend. In Deutschland ist die Neurologie als ein Teilgebiet aus der Inneren Medizin hervorgegangen.

Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET)

Die Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET) bildet zusammen mit der Orofazialen Regulationstherapie (ORT) das von Dr. Juan Brondo und Dr. Castillo Morales entwickelte Rehabilitationskonzept für die Behandlung hypotoner und sensomotorisch gestörter Kinder und Erwachsener. Die Neuromotorische Entwicklungstherapie fokussiert sich auf die Behandlung hypotoner Kinder, die an Erkrankungen wie Morbus Down, peripheren Paresen oder sonstigen motorischen Beeinträchtigungen leiden. Über die Stimulation bestimmter Reizzentren durch Behandlungstechniken wie Berührung, Druck, Streichen, Zug und Vibration werden dabei im Körper zusammenhängende Muskelketten aktiviert und zur Aufrichtung angeregt. So können auf Dauer Tonus, ­­Stützfunktion, Gleichgewicht und funktionelle Bewegungsabläufe eingeübt, gefördert und stabilisiert werden. Durch regelmäßige Wiederholung können so physiologische Bewegungsabläufe erlernt, gefestigt und im alltäglichen Leben genutzt werden.

Neuropsychologie

Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns wie z.B. dem Denkvermögen (bzw. der Intelligenz), der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis, dem Sprachvermögen, den motorischen Fertigkeiten, Persönlichkeits-/Verhaltensänderungen, emotionalen Störungen und visuellen Wahrnehmungsstörungen. Untersucht werden insbesondere gestörte Funktionen infolge von Unfällen oder Erkrankungen. Darüber hinaus bietet die Neuropsychologie spezielle neuropsychologische Therapiemöglichkeiten für die Behandlung dieser Störungen und Beeinträchtigungen.