Lexikon der Verhaltenstherapie

Neurologie

Das medizinische Teilgebiet der Neurologie untersucht vornehmlich Erkrankungen des menschlichen Nervensystems. Das zentrale Nervensystem (ZNS), zu dem Gehirn und Rückenmark gehören, die das ZNS umgebenden Strukturen sowie blutversorgende Gefäße, das periphere Nervensystem (PNS) und seine Verbindungsstrukturen zu den Muskeln und schließlich die Muskulatur sind dabei die Organsysteme, die in dieser wissenschaftlichen Fachrichtung besondere Beachtung finden. Dabei erforscht sie Erkrankungen wie Gefäßerkrankungen, Nervenverletzungen, neugebildete Tumore in Hirn, Rückenmark und peripheren Nerven, Bandscheibenerkrankungen, Muskelerkrankungen, epileptische und nichtepileptische Anfallsleiden, bakterielle und virale Infektionen des Zentralnervensystems und Erkrankungen des peripheren Nervensystems, Entmarkungskrankheiten wie die Multiple Sklerose, Basalganglienerkrankungen wie Morbus Parkinson, degenerative Erkrankungen, dysraphische Störungen und Fehlbildungskrankheiten und Störungen in der neuromuskulären Übertragung und Kopf- und Gesichtsschmerzen, wie etwa die Migräne. Dabei ist die Grenze zur Psychiatrie teilweise fließend. In Deutschland ist die Neurologie als ein Teilgebiet aus der Inneren Medizin hervorgegangen.

Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET)

Die Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET) bildet zusammen mit der Orofazialen Regulationstherapie (ORT) das von Dr. Juan Brondo und Dr. Castillo Morales entwickelte Rehabilitationskonzept für die Behandlung hypotoner und sensomotorisch gestörter Kinder und Erwachsener. Die Neuromotorische Entwicklungstherapie fokussiert sich auf die Behandlung hypotoner Kinder, die an Erkrankungen wie Morbus Down, peripheren Paresen oder sonstigen motorischen Beeinträchtigungen leiden. Über die Stimulation bestimmter Reizzentren durch Behandlungstechniken wie Berührung, Druck, Streichen, Zug und Vibration werden dabei im Körper zusammenhängende Muskelketten aktiviert und zur Aufrichtung angeregt. So können auf Dauer Tonus, ­­Stützfunktion, Gleichgewicht und funktionelle Bewegungsabläufe eingeübt, gefördert und stabilisiert werden. Durch regelmäßige Wiederholung können so physiologische Bewegungsabläufe erlernt, gefestigt und im alltäglichen Leben genutzt werden.

Neuropsychologie

Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns wie z.B. dem Denkvermögen (bzw. der Intelligenz), der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis, dem Sprachvermögen, den motorischen Fertigkeiten, Persönlichkeits-/Verhaltensänderungen, emotionalen Störungen und visuellen Wahrnehmungsstörungen. Untersucht werden insbesondere gestörte Funktionen infolge von Unfällen oder Erkrankungen. Darüber hinaus bietet die Neuropsychologie spezielle neuropsychologische Therapiemöglichkeiten für die Behandlung dieser Störungen und Beeinträchtigungen.